Praktische tägliche Grenzen

Nichts davon ist eine Regel, die von oben verordnet wird – es ist das, was anderen geholfen hat, frei zu leben. Es wird Ihnen angeboten, damit Sie es so ausprobieren, wie es zu Ihrem Leben passt, und in der Freiheit von der Sucht bleiben.

Die Grundlage

  • Die Grenze für die Augen („Bouncing the Eyes“): Wenden Sie beim ersten Blick sanft und bewusst die Augen ab; wählen Sie Ihren Sitzplatz und Ihre Blickrichtung mit Absicht.
  • Grenzen für Zeit und Ort bei Medien: Legen Sie vom ersten Tag an klare Grenzen für Internet und Bildschirmzeit fest – und lassen Sie sie nicht unbemerkt aufweichen, nur weil sie eine Weile funktioniert haben. Was am ersten Tag geholfen hat, hilft jeden Tag.
  • Rechenschaft – und ein Sponsor: jemand, dem gegenüber Sie rückhaltlos ehrlich sein können, und, wenn Sie bereit sind, ein Sponsor, der Ihnen einige Schritte voraus ist und diesen Weg geht. Das ist der wichtigste Faktor überhaupt: Eine Grenze plus Ehrlichkeit hält; eine Grenze allein hält selten.

Wenn der Moment kommt

Vorher

  • Prüfen Sie Ihre riskanten Momente. Rufen Sie jemanden an, bevor Sie sich in eine verführerische Situation begeben, und gleich danach noch einmal. Sie gehen nicht allein hinein, und Sie gehen nicht allein hinaus. Sie haben eine Wahl.
  • Bereiten Sie sich auf bekannte Schwachstellen vor. Bestimmte Tageszeiten, Orte oder Stimmungen haben mehr Sog. Benennen Sie sie im Voraus, und schützen Sie sich dort ein wenig mehr, je nach Ihren persönlichen Gewohnheiten.

Währenddessen

  • Gehen Sie den ersten Schritt beim Gedanken. Sobald die Fantasie kommt, geben Sie still zu, dass Sie diesem einen Gedanken gegenüber machtlos sind, und übergeben Sie ihn Gott – unterstellen Sie diesen Gedanken, diese Fantasie, Gottes Kraft, statt aus eigener Kraft mit ihr zu ringen.
  • Denken Sie den Film zu Ende. Wenn die Lust flüstert „nur dieses eine Mal“, folgen Sie dem Gedanken bis dorthin, wo er wirklich endet – nicht zum Versprechen, sondern zu den Folgen: Selbstverachtung, Scham, Schuld und Schmerz.
  • Begegnen Sie ihm mit Barmherzigkeit („Ich bin krank, nicht schlecht“). Ein Drang – ein plötzlicher, starker Sog, auszuagieren – ist ein Symptom, das wir ans Licht bringen. Einen Drang zu haben und ihm nachzugeben sind zwei verschiedene Dinge. Der Drang selbst sagt nichts darüber aus, wer wir sind. Scham nährt den Kreislauf; Mitgefühl löst ihn.
  • Lenken Sie dann Ihre Aufmerksamkeit auf etwas anderes: Bewegen Sie sich, treiben Sie Sport, stehen Sie auf und wechseln Sie den Raum. Innehalten → beten und es abgeben → zum Telefon greifen. Halten Sie es einfach.

Danach

  • Bringen Sie es ans Licht. Erzählen Sie einem Menschen, dem Sie vertrauen, was passiert ist oder fast passiert wäre. Was im Licht ausgesprochen wird, verliert seine Macht.
  • Lernen Sie aus dem Muster. Schauen Sie, was dazu geführt hat, ohne sich selbst zu bestrafen, damit Sie beim nächsten Mal besser vorbereitet sind.

HALT

  • Wenn Sie hungrig (Hungry), wütend (Angry), einsam (Lonely) oder müde (Tired) sind, sind Sie verletzlicher. Kümmern Sie sich zuerst um das Bedürfnis, und schützen Sie sich zusätzlich, bis es vorüber ist.

Nur für heute

Gedacht als Ausgangspunkt, den Sie mit Ihrem Sponsor gestalten – Fortschritt, nicht Perfektion. Beten Sie in der Haltung, die für Sie richtig ist.

  • Morgens: Beten Sie. Sie können mit Dankbarkeit beginnen: „Danke für eine nüchterne, reine und saubere Nacht; schenke mir durch Deine Gnade auch an diesem Tag Nüchternheit, Sauberkeit und Reinheit.“
  • Tagsüber: Lesen Sie eine Seite Genesungsliteratur; führen Sie drei Telefonate mit anderen Mitgliedern; und wo Sie können, reichen Sie jemandem die Hand, der denselben Weg geht – Sie behalten es, indem Sie es weitergeben.
  • Danken: Teilen Sie nicht nur die Kämpfe, sondern auch eine Sache, für die Sie dankbar sind, mit jemandem, dem Sie vertrauen.
  • Wöchentlich: Besuchen Sie mindestens drei Meetings – und lassen Sie diese Zahl nicht unbemerkt sinken.
  • Abends: Beten Sie, und schauen Sie in Ruhe auf den Tag zurück (eine Inventur im Sinne von Schritt 10).

Wenn Sie straucheln

  • Eine überschrittene Grenze ist nicht das letzte Wort darüber, wer Sie sind. Der Weg zurück ist nicht Selbstbestrafung, sondern Ehrlichkeit: Sagen Sie es jemandem, wenden Sie sich wieder Gott zu, und beginnen Sie den nächsten Tag neu. Er weiß, was für Geschöpfe wir sind; Er denkt daran, dass wir Staub sind – und Seine Barmherzigkeit ist jeden Morgen neu.

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